Darmstädter Sezession

Verleihung des Haupt- und Förderpreises der Darmstädter Sezession 2016

Von Jörn Ludwig Heilmann (Pressereferent) – 05.09.2016

Pressemitteilung

Verleihung des Haupt- und Förderpreises der Darmstädter Sezession 2016

Die Jury hat entschieden: Nach 10-wöchiger Ausstellungsdauer ging am Samstag, dem 3. September die Ausstellung der Bewerber/innen für den Preis der Darmstädter Sezession und Förderpreis 2016 zu Ende. Nach eingehender Beratung wurden vom Vorstand der Darmstädter Sezession, unter Beisitz von Herrn Professor Dr. Ludger Hünnekens/Kulturreferent der Wissenschaftsstadt Darmstadt und Frau Ruth Wagner/Staatsministerin a.D., nun die Preisträger bestimmt. Shinroku Shimokawa erhielt den mit 5.000,- € dotierten Hauptpreis, der mit einer Sonderausstellung sowie mit einer Mitgliedschaft in der Darmstädter Sezession verbunden ist. Urban Hüter wurde mit dem Förderpreis und 2.500,- € geehrt. Die Darmstädter Sezession schreibt seit 1975 den Preis für junge Künstler/innen aus. Hiermit sollen aktuelle Tendenzen sichtbar gemacht und hoffnungsvolle Talente aktiv gefördert werden.

Shinroku Shimokawa und Urban Hüter hatten sich aus einer Vielzahl von Bewerbern deutschlandweit durchgesetzt und durften ihre Interpretationen zum Thema „Hauptsache Skulptur“ mit 10 weiteren Bewerbern auf dem Freigelände Künstlerhaus Ziegelhütte vorstellen. Das Thema lieferte ein interessantes Spektrum an künstlerischen Sichtweisen. Die Auseinandersetzungen berücksichtigten zum einen Materialwahl, Formprozesse und Raumwirkungen sowie die kritische Auseinandersetzung mit dem Skulptur-Begriff selbst. Shinroku Shimokawa war mit seinen Arbeiten „Provisorische Skulptur I“ und „Provisorische Skulptur II“ angetreten. Urban Hüter stellte seine Arbeit „Black Vessel“ vor.

Zur Begründung des Hauptpreises an Shinroku Shimokawa:

Die Jury vergibt den Hauptpreis an den 1979 in Tokio/Japan geborenen Shinroku Shimokawa.

Der Künstler setzt sich mit seinen Skulpturen auf eine abseits gewohnter bildhauerischer Traditionen verortete Weise mit dem Thema Stein auseinander. Die teils unbehandelten, teils fein akzentuierten Steinblöcke werden mit unterschiedlichen Holz- und Metallkonstruktionen in Zusammenhang gebracht und „spielen“ somit auf gänzlich neue Weise mit dem klassischen Material der Bildhauer. Dieses Spiel mit dem „Unfertigen“ ist Grundlage eines prozesshaften Vorgangs, der einerseits das Zusammenspiel von Aufbau und fertigen Werk sichtbar macht. Andererseits führt die scheinbare Flüchtigkeit des Entstehens solcherart Skulpturen die bildhauerische Thematik von Tragen und Lasten vor Augen und zieht den Betrachter in ihren Bann.

Shimokawa, der sich zum zweiten Mal für den Preis bewarb, konnte mit seiner innovationsfreudigen Herangehensweise die Jury einstimmig überzeugen.

Zur Begründung des Förderpreises an Urban Hüter:

Die Jury vergibt den Förderpreis an den 1982 in Frankfurt am Main geborenen Urban Hüter.

Mit seiner Arbeit „Black Vessel“ greift der Meisterschüler von Ottmar Hörl auf exemplarische Weise den Gedanken des Re- und Upcycling auf. Unter dem Einsatz von auf dem Schrottplatz vorgefundenen Radkastenverkleidungen aus Plastik lässt der Künstler eine riesenhafte Skulptur entstehen. Der Künstler nutzt Abfallprodukte, um auf metamorphotische Weise ein organisch-technisches Werk herzustellen, dass auf eigentümliche Weise zum Leben erweckt wird. Aus spielerischer Formsuche heraus entsteht quasi ein „ungeplantes“ Werk, das dessen ungeachtet durch seine geschlossene Formsprache überzeugen kann.

Der moderne Ansatz von Materialsuche, Arbeitsweise und Skulpturbegriff, der auch Fragen der Nachhaltigkeit aufwirft, überzeugte die Jury zur Vergabe des Förderpreises.

Am vergangenen Samstag endete die 23. Skulpturen-Ausstellung im Rahmen einer Finissage. Man wird gespannt den weiteren künstlerischen Verlauf der Preisträger verfolgen und darf sich auf eine Sonderschau des Hauptpreisträgers Shinroku Shimokawa in 2018 freuen. Die Ausstellung und Preisvergabe erfolgte mit freundlicher Unterstützung der Stadt Darmstadt, ENTEGA-Stiftung und Kurt und Lilo Werner RC Darmstadt Stiftung.

Weitere Informationen zur Künstlervereinigung Darmstädter Sezession sind einsehbar unter: www.darmstaedtersezession.de