Darmstädter Sezession

Preisverleihung 2014

Von Jörn Heilmann (Pressereferent) – 15.09.2014

Pressemitteilung

Verleihung des Haupt- und Förderpreises der Darmstädter Sezession 2014

Die Jury hat entschieden: Nach 8-wöchiger Ausstellungsdauer ging am Samstag, dem 13. September die Ausstellung der Bewerber/innen für den Preis der Darmstädter Sezession und Förderpreis 2014 zu Ende. Nach eingehender Beratung wurden vom Vorstand der Darmstädter Sezession, unter Beisitz von Herrn Professor Dr. Ludger Hünnekens, dem neuen Kulturreferenten der Wissenschaftsstadt Darmstadt, nun die Preisträger bestimmt. Carola Keitel erhielt den mit 5.000,- € dotierten Hauptpreis, der mit einer Sonderausstellung sowie mit einer Mitgliedschaft in der Darmstädter Sezession verbunden ist. Emilia Neumann wurde mit dem Förderpreis, der mit 2.500 € dotiert ist, geehrt. Die Darmstädter Sezession schreibt seit 1975 den Preis für junge Künstler/innen aus. Hiermit sollen aktuelle Tendenzen sichtbar gemacht und hoffnungsvolle Talente aktiv gefördert werden.

Carola Keitel und Emilia Neumann hatten sich aus einer Vielzahl von Bewerbern deutschlandweit durchgesetzt und durften Ihre Interpretationen zum Thema „In Bewegung“ mit 9 weiteren Bewerbern auf dem Gelände der Ziegelhütte Darmstadt vorstellen. Das Thema lieferte ein interessantes Spektrum an künstlerischen Sichtweisen. Die Auseinandersetzungen berücksichtigten zum einen technische Herangehensweise, Materialität, Interaktivität, wie auch Einsichten über die Begrifflichkeit „In Bewegung“ als solches. Carola Keitel war mit Ihrer Arbeit »Objekt 25« (2012, Baustahl, pulverbeschichtet, 90 x 130 x 200 cm) angetreten. Emilia Neumann präsentierte sich mit der Skulptur »Entlaster« (2013, Beton, 260 x 90 x 110 cm).

Zur Begründung des Hauptpreises an Carola Keitel:
„Es war die auf Anhieb überzeugende Art, mit der die Arbeit von Carola Keitel die Jury beeindruckt hat. Mit ihrem Kunstgriff, aus alltäglichen, zweckdienlichen Materialien, wie sie uns im öffentlichen Raum vielfach begegnen, Räume zu simulieren und den Betrachter gleichzeitig zu irritieren, gelingt es der Künstlerin, die anscheinende Sinnhaftigkeit solcher neu geschaffenen Einzäunungen in Frage zu stellen. Aus rein funktioneller Zweckmäßigkeit wird über den Weg des Kunstschaffens mit verblüffend einfachen Mitteln Anlass geschaffen, im Betrachter Kopfkino freizusetzen, d.h. ihn auf Gedankenreisen zu schicken, die ihn von antrainierter Benutzung und Lenkung weit wegzuführen in der Lage sind.“

CAROLA KEITEL/KÖLN
Geboren 1983 in Bad Friedrichshall
2005-09 Studium Kunst und Philosophie, KH und Universität Kassel
2006-10 Studium der Bildenden Kunst in der Klasse Professor Urs Lüthi, KH Kassel
2010 Examen Bildende Kunst
2010-11 Meisterschülerin bei Urs Lüthi
2011-12 Künstlerische Mitarbeiterin bei Prof. Norbert Radermacher, KH Kassel

Zur Begründung des Förderpreises an Emilia Neumann:
„Emilia Neumann hat die Ausstellungsthematik des In-Bewegung-Seins mit dem denkbar gewichtigen Material Beton herausragend umgesetzt. Mit ihrer bildnerischen Ausprägung von Wellengang bringt sie Leichtigkeit einerseits und Masse andererseits in ausgewogenen Einklang, wobei nicht zuletzt das kluge »Stehenlassen« von Spuren des Entstehungsprozesses im Sinne fragmentarischen Beiwerks wesentlich mitspielt. Durch aufwändige Oberflächenbehandlung entsteht – im Gegensatz zum spröden Baustoff – im weiteren eine weich anmutende Oberfläche, die haptisch erfahren werden will und der Arbeit geradezu poetische Qualitäten verleiht. Die Art und Weise, in der Emilia Neumann plastische und malerische Formen zusammenführt, hat die Jury bewogen, ihr den Förderpreis zuzuerkennen.“

EMILIA NEUMANN/FRANKFURT
Geboren 1985
2006-2013 Studium der Visuellen Kommunikation, Schwerpunkt Bildhauerei bei Wolfgang Luy und Georg Hüter, HfG Offenbach / Auslandssemester an der Facultad de Bellas Artes Alonso Cano, Granada, Spanien / Lebt und arbeitet in Frankfurt und Offenbach

Am vergangenen Samstag endete die diesjährige Ausstellung des Haupt- und Förderpreises der Darmstädter Sezession im Rahmen einer Finissage. Man wird gespannt den weiteren künstlerischen Verlauf der beiden Preisträgerinnen verfolgen und darf sich auf eine Sonderschau der Hauptpreisträgerin Carola Keitel in 2016 freuen. Die Ausstellung und Preisvergabe erfolgte mit freundlicher Unterstützung von Stadt Darmstadt, HSE-Stiftung und Kurt und Lilo Werner RC Darmstadt Stiftung.