Selbstlaut

Versuche, sich der eigenen Stimme von außen zu nähern

01.02.2018

hr2-kultur, 21.30 Uhr
 
Die eigene Stimme außerhalb seiner selbst zu hören – zum Beispiel als Aufnahme auf Tonband und durch Wiedergabe mit Lautsprechern – bleibt auch nach vielen Jahren der Vertrautheit mit diesem Phänomen eine seltsame Erfahrung. Die Art der Wahrnehmung ist eine völlig andere.
 
Unter dem Obertitel „Selbstlaut“ nähert Nikolaus Heyduck sich als Klangkünstler und Komponist von außen seiner Stimme, indem er sie überlagert, looped, filtert oder in anderer Weise elektroakustisch bearbeitet. In einer Reihe von Studien mit zufällig aufgenommenem Material sowie absichtlich artikuliertem verwendet er sie als Rohstoff klanglicher Umformung und Gestaltung. Gelesenes, textliche Inhalte treten zurück, verschwimmen, lösen sich auf. Nichtsprachliche Geräusche, mit Kehlkopf, Mund und Nase, werden eingeflochten.
 
Im Mittelpunkt steht der Remix einer Aufnahme der Stimme des Autors im Alter von vier Jahren. An anderer Stelle wird Anekdotisches zur musikalischen Sozialisation mit granular dekomponierten Schallplattenaufnahmen codiert, artikuliert und letztlich wieder verschleiert. Verschiedene Fassungen biografischer Angaben werden überlagert mit den simultan gesprochenen Werkdaten, bis hin zur Auflösung jeglicher Sprachverständlichkeit. 

Veranstaltungsort:

Radio

Veranstalter:

Hessischer Rundfunk