embodying colour

Vasarely Museum, Budapest

09.10.2014 – 11.01.2015

Als wir vor einem Jahr, anlässlich der Ausstellungseröffnung der Sammlung Grauwinkel, die Räume für Wechselausstellungen im Vasarely Museum sahen, wünschten wir uns sehr, hier unsere Austellungsreihe „embodying colour“ fortzusetzen.

Umso mehr freuten wir uns natürlich, dass Dóra Maurer – auch im Namen der Künstlervereinigung OSAS – zusagte, die Ausstellung nach ihrer ersten Station in der Kunsthalle Wiesbaden, nun auch in Budapest zeigen zu dürfen. Für diese Einladung möchten wir uns bei Dóra Maurer und allen Kollegen der Künstlervereinigung, die unser Projekt vor Ort unterstützt haben, sehr herzlich bedanken.

Dem Vorschlag, einige ungarische Künstler im Kontext unserer Thematik am Fortgang der Ausstellung zu beteiligen, haben wir gerne entsprochen, zumal es unsere Absicht ist, auf unserer Reise durch europäische, wie auch außereuropäische Länder, jeweils dort lebende Kollegen einzuladen, auf den fahrenden Zug namens „embodying colour“ aufzuspringen. Auch weitere Kataloge sind hierfür geplant.

Bei der Auswahl der Exponate für „embodying colour“ ließen wir uns von Anfang an, auf Grund unseres eigenen Arbeitsansatzes, von dem Gedanken leiten, solchen Werken den Vorrang zu geben, die reliefartig, bzw. skulptural in Erscheinung treten.

Die Mehrzahl dieser Arbeiten sind farbig bearbeitet, wobei einige Materialien eigenfarbig sind. Mittels der unterschiedlichen farbgebenden Komponenten, wird die Farbe zum Bestandteil des jeweiligen Körpers. Sie nimmt die Gestalt der Form an und lässt diese im Licht einer farbigen Oberfläche erscheinen. Lichtverhältnisse und der Perspektivenwechsel des Betrachters bestimmen den fortlaufenden und sich stetig verändernden Dialog zwischen „Innen“ und „Außen.“ Beide Ebenen beanspruchen in ihrer Verbundenheit den Raum in dem wir real leben. Das heißt, dass eine anteilige Bildhaftigkeit, die auch Ausdruck einer flächigen Malerei sein könnte, mit verkörpert wird. Es hängt vom Betrachter und von der Befragung, die er mitbringt ab, inwieweit sich ihm eine latente Anwesenheit des Bildhaften im farbigen Objekt erschließt. Die gedankliche Trennung des Einen vom Anderen stellt insofern eine Vorraussetzung dafür da, die Gesamtheit auch in ihrer strukturellen Beschaffenheit wahrzunehmen.

Die physikalische Unlösbarkeit einer Trennung von Flächen und Körpern findet ihren Fortgang im Kontext farbiger Objekte. Uns interessiert seit vielen Jahren die Ambivalenz flächiger und räumlicher Gegebenheiten, die vom Wesen her zwischen Malerei und Skulptur liegen. Diesem „zwitterhaften“ Phänomen, welches sich jeglicher Eindeutigkeit entzieht, fehlt es an entsprechenden Indikatoren, sich explizit auf die eine oder andere Seite zu schlagen. Das dem Tafelbild zugehörige Attribut der Leinwand wäre ein solcher Indikator. Auch eine auf dem Tafelbild sich räumlich emanzipierende Farbe, die substantiell einen reliefartigen Charakter annehmen kann, ist von der Bedeutungsebene seines Bildträgers nicht zu trennen.

Völlig zu Recht spricht Dóra Maurer von einer dünnen Trennlinie zwischen einer nach konkreter Körperhaftigkeit strebenden Bildmonochromie und dem Farbobjekt. In der Trennung des Einen vom Anderen liegt trotz einer sicher einzukalkulierenden Unschärfe, die Möglichkeit des Erkennens unterschiedlicher künstlerischer Intensionen, ohne diese per se qualitativ zu bewerten.

Michael Post   Heiner Thiel

Teilnehmende Künstler

Veranstaltungsort:

Vasarely Museum Budapest
Budapest, Szentlélek tér 6, 1033 Ungarn

Veranstalter:

OSAS, c/o Vasarely Museum
Teilnehmende Künstler
Weitere Künstler

Joachim Bandau-D
Gál András-H
Gáyor Tibor-H
Haász István-H
Jovánovics Tamás-H
Müller-Emil-CH
Michael Post-D
Ann Reder-D
Gert Riel-D
Eduard Tauss-A
Jeremy Thomas-USA
Bill Thompson-USA
Roy Thurston-USA
Matthew Tyson-F