Das Leben der Dinge

Material im digitalen Zeitalter

10.11.2018 – 09.12.2018

Das Leben der Dinge

MATERIAL IM DIGITALEN ZEITALTER

Ausstellungs-Serie im Atelierhaus Darmstadt – Beginn: Teil 1 im November 2018

Das Wesen der Dinge hat die Angewohnheit, sich zu verbergen.“ Heraklit

Zum Thema:

Der philosophische Gegensatz von Materie und Geist hat in unserer digitalisierten Welt eineErweiterung gefunden: die virtuelle Realität“. Dieser Gegensatz in sich ist bestimmend für das Leben des größten Teils der Menschheit geworden. Auf vielen Gebieten unseres Lebens wurde die Realität ersetzt durch eine virtuelle Variante: Cyberspace, Cyberkriminalität, Cybersex, Cyberkrieg sind Begriffe, die in unserer Gesellschaft immer mehr Raum einnehmen. Auch in der Kunst haben Digitale Medien ihren festen, zunehmenden Platz erobert. Es ist aber keineswegs so, dass die dingliche Wirklichkeit keine Rolle mehr spielt in dieser Welt. In einer Zeit des materiallen Überflusses und der Wegwerfartikel einerseits, haben Güter und daraus abgeleitete Werte neue Bedeutung erlangt. U.a. der Philosoph Gernot Böhme spricht vom Ästethischen Kapitalismus“, welcher Wachstum durch Inszenierung“ von Waren und durch die Weckung von Begehrnissen“ erschafft. Markenfetischismus und unverholen zur Schau gestellter Reichtum sind Extreme einer Kultur identitätsstiftender“Dinge. Als einer der interessantesten Denker unserer Tage schlägt Bruno Latour sogar ein Parlament der Dinge“ (die „Natur“ beinhaltend) vor.

In dieser Situation möchten das Atelierhaus Darmstadt nun Künstler einladen, zum Wesen der Dinge Stellung zu nehmen.

In unserem Ausstellungsprojekt wird deshalb einerseits der Stellenwert und die Widerständigkeit traditioneller künstlerischer Materialien thematisiert. Gegenüber der Makellosigkeit hochglänzender und immaterialler Flächen behauptet sich in dieser Ausstellung das Imperfekte und Reale, aber auch die Farbe an sich. Es wird gefeiert: dieHaptik, das Schrundige, das tröstende Sanfte, das Schwere und Warme, die Überbleibsel, dermissachtete Ausschuß und vieles mehr. Thematisiert wird aber auch der Überfluss und seine Gegenstrategien; sowie die emotionale Aufladung und der Inszenierungswert von Dingen.

Teilnehmende Künstler

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