20. Skulpturenausstellung

Das Menschenbild in unserer Zeit

15.08.2010 – 10.10.2010

Kunst bildet den Menschen ab, wusste schon Alfred Hrdlicka. Genau sechzig Jahre ist es her, dass die legendären «Darmstädter Gespräche» 1950 ihr fulminantes Debüt feierten, als namhafte Geistesgrößen sich heiße Debatten lieferten über «Das Menschenbild in unserer Zeit», über Kunst und ihren Weg in die Abstraktion. Dieses erste der insgesamt elf Darmstädter Gespräche sorgte in der gesamten Bundesrepublik für ein lebhaftes Echo – Darmstadt machte seinem Ruf als Anziehungspunkt der Vordenker und Kulturschaffenden alle Ehre, saßen doch Koryphäen wie Adorno, Baumeister, Mitscherlich und Sedlmayr auf dem Podium. Gleichzeitig präsentierte damals die (Neue) Darmstädter Sezession eine Ausstellung zum Thema auf der Mathildenhöhe. All das fand positiven Widerhall.

Sechzig Jahre später, am Beginn des 21. Jahrhunderts, greift die traditionsreiche, seit über 90 Jahren existierende Darmstädter Sezession dieses spannende Thema wieder auf – und präsentiert uns erneut eine Ausstellung «Das Menschenbild unserer Zeit» (sozusagen: «Römisch Zwei»), diesmal auf dem Freigelände und in den Galerieräumen der Ziegelhütte. Zudem feiern wir 2010 noch ein besonderes Jubiläum: Denn es ist dies die 20. Ziegelhüttenausstellung seit Bestehen, das begründet inzwischen eine regelrechte Tradition.

Vom Darmstädter Kasimir Edschmid, der 2010 seinen 120. Geburtstag feiert und erster Präsident der Darmstädter Sezession war, stammt der Satz: «Nicht so wichtig ist, dass eine der Zeit entsprechende Kunst da ist, als dass die Menschen davon erreicht werden.» Die Sezession war und ist – auch und gerade mit ihren prominenten Gründungsmitgliedern wie Max Beckmann, Ludwig Meidner und Bernhard Hoetger – wertvoller Beleg dafür, dass in unserer Stadt die Künste leben – und ihre Wirkung entfalten. Zu sehen ist 2010 eine facettenreiche Schau der Ur-Enkel Wilhelm Loths, 1950 Hauptinitiator des Darmstädter Gesprächs, mit Arbeiten der Mitglieder der Darmstädter Sezession und der Bewerber um den Preis für junge Künstler des Jahres 2010. Diesmal sind es die dreidimensionalen, vielfältigen Bildhauer-Arbeiten zum Thema Menschenbild – von traditionellen Bronzeskulpturen bis zur modernen Installationskunst, denen ich zahlreiche interessierte Besucher wünsche.

Schon seit der Antike waren es gerade die Bildhauer, die mit ihren figurativen Plastiken und Skulpturen die Frage des Menschenbilds stellten – das hat sich bis heute nicht geändert. Nicht umsonst ist dieser Zweig der Bildende Künste einer der ältesten der Kulturgeschichte.

Hagen Hilderhof, «Binom», 2008

Ich wünsche allen Ausstellungsbesucherinnen und -besuchern einen interessanten, erlebnisreichen und spannenden Besuch der Schau und gratuliere nochmals herzlich zum Doppeljubiläum.

Walter Hoffmann,
 Oberbürgermeister der Wissenschaftsstadt Darmstadt,
16.08.2010

Wie sehr das Menschenbild speziell in der Plastik von jeweiligem Zeitgeist geprägt ist, zeigt ein Skulpturenparcours entlang einer Reihe von rund 15 künstlerischen Arbeiten aus der Zeit zwischen 1900 und 1999. Die Darmstädter Sezession hat diese von der Rosenhöhe bis in die Darmstädter Innenstadt reichende «Erkenntnisstrecke», die von hohlem Pathos aus wilhelminischer Zeit ebenso kündet wie von plastischen Bekenntnissen existenzieller Nöte und Ängste aus jüngeren Jahrzehnten, ins Programm ihrer diesjährigen Ausstellung eingebaut und bietet jeweils sonntags um 14:30 entlang dem Parcours eine anderthalbstündige Führung (Preis 7,- Euro) an. Die Führungen am 22. und 29. August 2010 übernimmt Horst Dieter Bürkle.

Darstellung der Werke der ausstellenden Künstler

Veranstaltungsort:

Künstlerhaus Ziegelhütte
Kranichsteiner Straße 110, 64289 Darmstadt, Deutschland

Veranstalter:

Darmstädter Sezession
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15.08.2010 - 10.10.2010
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von Hans-Jürgen Herschel