Darmstädter Sezession

Über das Werk von Pierre Kröger

Von Ekkehard Mai – 01.08.2013

Künstlerkritik

Pierre Kröger, Jahrgang 1938, ist in Darmstadt aufgewachsen, ist dort als Künstler eine der prägenden, aber längst autonom gewordenen Gestalten. Seine Weltläufigkeit belegt nicht nur – in einem eher äußeren Sinne – die Motivweite seiner Themen, die einer unbändigen Lust zur Selbst- und Fremderfahrung, aber auch dem Drang zu immerwährender Freiheit durch Auf- und Ausbruch entwachsen, seine Verwurzelung in solider Ausbildung, in der Darmstädter Nachkriegsszene und seine real und fiktiv gepflegte Zwiesprache mit dem imaginären Museum der Gegenwart, mit den Klassikern von Emil Nolde bis George Grosz, von Wols bis Ludwig Meidner und Emilio Vedova bezeichnen seine andere, seine künstlerische Weltläufigkeit. Ihr ist er zutiefst verpflichtet. Er ist kein Bequemer, er unterwirft sich nicht Moden und er ist ein scharfer Kritiker des besinnungslosen Kunstbetriebs, dessen Absprachen-Schicki-Micki er sich mit Groll entzieht. Das macht es oft nicht leicht. Die Stärke seiner Arbeiten, für die er bis heute Freunde, Förderer, Sammler und Verständige allen Widerständen zum Trotz gefunden hat, sind ursächlich seine eigene Stärke, die ihn unbeirrt seit den Lehrjahren an der Darmstädter Werkkunstschule von 1957 an über Werbegraphik, Buchdesign und Illustration für eine in den sechziger Jahren virulente Underground-Literatur den Weg von der scharfen, oft karikierenden, kritisch energischen Feder über das virtuos beherrschte Metier des inventiven Aquarells schließlich zur Ölmalerei und zur freien Verwendung aller handwerklich bildmedialen Techniken hat kommen lassen. Seine Meisterschaft darin ist stupend, gewürdigt nicht nur durch den Kunstpreis der Stadt Darmstadt, anerkannt auch durch die Verleihung des internationalen Senefelder-Preises für Lithographie. Seine Arbeiten befinden sich heute in vielen Museen und vielen Privatsammlungen. Regelmäßig ist er in Ausstellungen vertreten, die ihm neue Freunde hinzugewinnen. Nehmen Sie insofern teil an Leben und Werk dieses Zeichners, Graphikers und Malers, dessen persönlicher Freiheits- und Gestaltungswille immer auch ein Spiegel der Freiheits- und Gestaltungswünsche anderer ist. Sie ist Ermutigung in oft magerer Zeit.

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