Darmstädter Sezession

Robert Preyer über sein Werk

06.08.2013

Künstler über ihre eigene Arbeit

Ich war nie auf Motivsuche, entkam so der Zwanghaftigkeit aller vorgefassten Absichten und Deutungen, um mich von der Malerei überraschen zu lassen. Wirklichkeit hat nur, was aus dem Trieb der flüchtigen und wechselnden Empfindungen im Sog der Farben und Formen entsteht.

Malerei zeigt ja ihre Seinsweise selbst, das Klima, in dem ihre Erscheinungen gedeihen können, die wie vegetative Wesen aufquellen, in Helligkeit erblühen, in Dunkelheit verdämmern, sich verflüssigen, stocken, bis die Bewegtheit der Metamorphosen in einem Gleichgewicht zur Ruhe kommt. Schwer zu sagen, wie die Bilder durch viele Schichten der Unter- und Übermalung hindurch ihre Gestalt erhalten, wenn die Farben ihren Platz gefunden haben und die Eindrücke, Erinnerungen und Fantasien sich wie in unerwarteten Träumen zu Panoramen zusammenschließen.

Das alles kann und soll keine konkrete Abbildung oder Idealisierung sein; aber es sind doch Nachahmungen von Naturvorgängen, von Rhythmen und Klängen, die eine Erkennbarkeit verraten, Erinnerungen, die lapidare Titel wachrufen.

Beitrag zu Künstler