Darmstädter Sezession

Jochen Senger über sein Werk

10.08.2013

Künstler über ihre eigene Arbeit

Für Jochen Senger, der mit Stolz auf ein bald sechs Jahrzehnte überspannendes künstlerisches Oeuvre zurückblicken kann, machen neben den malerischen und skulpturalen Arbeiten die Zeichnungen einen wichtigen, ja essenziellen Teil seines künstlerischen Schaffens aus. Für die letzten beiden Jahrzehnte – zumal nach der Aufgabe des Kreuzberger Ateliers – lässt sich sogar mit einigem Recht behaupten, dass die Zeichnung als künstlerisches Medium die Oberhand gewonnen hat. Dies bezeugt gleichfalls, dass Senger in der Zeichnung ganz in seinem Element ist.

Einzelformen und mehrteilige Formationen, Landschaft und Architektur, lineare Gesten und kürzelhafte Zeichen bilden die Koordinaten, zwischen denen sich die so lebendige wie reflektierte, in einem umfassenden Sinne grafische Kunst Jochen Sengers entfaltet. Der lässigen, selbstbewussten Eleganz seines Strichs entsprechen in den Arbeiten der letzten beiden Jahrzehnte die bisweilen überraschend lapidare, kürzelhafte Notationen auf dem Weiß des Papiers, die sich in ihrer Bedeutung nicht ohne weiteres entschlüsseln lassen. Effekthascherei, falsche Harmonie und pure Routine hebelt Senger auf diese Weise aus. Der Betrachter wird auf diese Weise animiert, sich auf die rätselhafte Poesie der Senger´schen Formen immer wieder neu einzulassen.

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