Darmstädter Sezession

Hans Gercke über das Werk von Matthias Will

Von Hans Gercke – 20.08.2013

Künstlerkritik

»Will benutzt die Grundelemente Kreis und Quadrat, Würfel und Quader, Kugel und Zylinder, die er über lange Jahree sägend, schneidend, schweißend, schraubend, verzurrend vielfältig variiert und kombiniert hat«. Das Konzeptuelle der Arbeit als Ganzes erfährt eine gewisse Relativierung durch das Bekenntnis zu Handschrift und Stofflichkeit, beginnend mit der Wahl des Materials Eisen, das Will schlichtweg aufgrund seiner Schwere liebt. Er liebt es, um ihm das das Fliegen zu lehren. Auch dies hat er mit den Meistern der Gotik gemein: Zu erproben, wessen das Material fähig ist, es bis an die Grenzen seiner Möglichkeiten herauszufordern. Will liebt das Paradoxe, liebt die Quadratur des Kreises. So steht auch in dediziertem Widerspruch zur Idee des für ihn fraglos verbindlichen Konstruktivismus, dass er, anders als man dies vielleicht vermuten würde, eher improvisierend als konstruierend vorgeht, dass er seine Entwürfe nicht auf dem Papier vorbereitet und ausarbeitet, sondern in kleinen Modellen so lange ausprobiert, bis er jenen intuitiv erfassten Punkt der Stimmigkeit erreicht hat, der – nach seinen eigenen Worten – Kunst von Design und bloßer Dekoration unterscheidet.

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