Darmstädter Sezession

Chronik der Darmstädter Sezession

Das 21. Jh. – 00er Jahre

Kontinuität und Veränderung

2000
Der von der Sezession zum dritten Mal verliehene Preis für das Lebenswerk eines Künstlers geht an die Düsseldorfer Malerin Sigrid Kopfermann.

20. MAI BIS 2. JULI 2000
Neue Wege auf der Ziegelhütte: Zur 15. Ausstellung von Freiplastiken zeigen diesmal keine Mitglieder ihre Arbeiten, waren jedoch aufgefordert, einen Bildhauer oder eine Bildhauerin ihrer Wahl vorzuschlagen, die unter dem Titel Gastspiel somit die Szenerie auf dem Gelände neu aufmischten. Preisträger des Jahres 2000 wurde der in Berlin lebende Bildhauer Friedemann Grieshaber.

29. OKTOBER BIS 30. DEZEMBER 2000
Unter dem Motto Klein ist nicht klein ist nicht klein touren Arbeiten von 27 Sezessionsmitgliedern, die die Ausmaße von 40 x 40 x 40 cm nicht überschreiten durften, durch einige der Partnerstädte Darmstadts. Ende 2000 waren sie – nachdem sie bereits im französischen Troyes und im sächsischen Freiberg Station gemacht hatten – im britischen »Chesterfield Museum« angekommen.

2001
Nachdem Thomas Duttenhoefer nach dreijähriger Präsidentschaft nicht mehr zur Wiederwahl antritt, beschließt der Vorstand, die bisherige Präsidialstruktur der Vereinigung aufzugeben und künftig mit einem Triumvirat aus Vorstandssprechern zu agieren. Vorstandssprecher werden Barbara Bredow, Horst Dieter Bürkle und Rainer Lind.

13. MAI BIS 10. JUNI 2001
Andere Wege auch auf der Mathildenhöhe: Ein kompletter Saal war malerischen Gegenpositionen gewidmet, wozu Kurator Rainer Lind in ansehnlichen Bildreihen die Malerin Marlene Dumas sowie die Maler Martin Disler, Juliao Sarmento und Walter Stöhrer aufgeboten hatte, die das Angebot von insgesamt 87 Mitgliedern, Gästen und Bewerbern konterkarierten.

25. MAI BIS 14. JULI 2002
Auf dem Gelände der Ziegelhütte werden unter dem Titel Raumkonstruktionen aus Stahl und Eisen Arbeiten von vierzehn Bildhauern präsentiert, darunter eine kleine Gedächtnisausstellung des vier Jahre zuvor verstorbenen Sezessionsmitglieds Wolfgang Bier. Preisträger des Jahres 2002 wurde der zu diesem Zeitpunkt erst 22jährige Michael Sailstorfer.

18. MAI BIS 15. JUNI 2003
Mit Striche gegen das Nichts erinnert die Darmstädter Sezession an die glorreichen Zeiten der »Internationalen der Zeichnung« in den 60er Jahren auf der Mathildenhöhe und fordert Mitglieder und Gäste auf, ausschließlich zeichnerische Werke einzusenden. Dem entgegen standen in einer komplexen Sonderausstellung (wieder kuratiert von Rainer Lind) mit eigenem Katalog beeindruckende Fotografien aus Werkreihen der Fotografen Lucinda Devlin und Peter Hendricks. Preisträgerin des Jahres 2003 wird die in Offenbach am Main lebende Zeichnerin Bea Emsbach.

JANUAR 2004 
Auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft bildender Künstler am Mittelrhein zeigt die Darmstädter Sezession im Koblenzer Künstlerhaus Metternich mit Zeichnungen von Bea Emsbach (Preisträgerin 2003), Skulpturen von Jörg Bussmann (Preisträger 1994), Zeichnungen von Rainer Lind (Preisträger 1983) und Skulpturen von Detlef Kraft (Preisträger 1978) beispielhaft Preisträger aus vier Jahrzehnten.

5. JUNI BIS 31. JULI 2004 
Die 17. Skulpturenausstellung der Darmstädter Sezession wird räumlich ausgeweitet: Erstmals »bespielt« man mit den Werken von 15 Mitgliedern und Gästen für die Dauer von fast zwei Monaten nicht nur das Gelände der Ziegelhütte, sondern mit einem weiteren Dutzend Künstlern aus ihren Reihen zusätzlich das gesamte Außengelände rund um die Ausstellungshallen der Darmstädter Mathildenhöhe.

18. SEPTEMBER BIS 7. NOVEMBER 2004
Unter dem Titel 12 Positionen von Künstlern der Darmstädter Sezession beginnt man den Versuch einer Serie von Ausstellungen, die trotz ihrer Beschränkung auf nur wenige Positionen dennoch überzeugende Blicke auf die qualitativ hochstehende Vielfalt innerhalb der gesamten Sezession zulassen. Der Versuch beginnt mit den Arbeiten von jeweils sechs Malern und Bildhauern im lothringischen Château de Vaudrémont.

18. BIS 30. JANUAR 2005
Auf Einladung der »Sezession Graz« wird die Reihe der 12 Positionen von Künstlern der Darmstädter Sezession unmittelbar darauf fortgesetzt, abermals mit jeweils sechs, diesmal jedoch anderen Malern und Bildhauern im Künstlerhaus der Stadt Graz.

25. SEPTEMBER BIS 30. OKTOBER 2005
Unter dem Titel Tendenzen 2005 zeigt die 33. Jahresausstellung, kuratiert vom Direktor der Darmstädter Kunsthalle Dr. Peter Joch, eine im Verhältnis zu früheren Präsentationen auf 35 Mitglieder reduzierte Auswahl von Arbeiten der Mitglieder. Größeres Gewicht verleiht man erstmals den jungen Bewerbern, denen der gesamte erste Saal der Mathildenhöhe eingeräumt wird. Preisträgerin wird in diesem Jahr die Leipziger Malerin Isabelle Dutoit.

26. AUGUST BIS 30. SEPTEMBER 2006
Die 18. Ausstellung auf der Ziegelhütte trägt den Titel Die Würfel sind gefallen und ist bildlich zu verstehen. Immer auf der Suche nach Lösungen zu andersartiger Ausstellungsarchitektur für die mehr oder minder gleichbleibende Fläche des Ziegelhüttengeländes unternimmt man den Versuch, das Gelände mit Hilfe eines Dutzends großer würfelförmiger Raumcontainer radikal umzuformen, um neue Räume und Hintergründe für die rund dreißig Aussteller der 18. Bildhauerausstellung zu finden. Von den insgesamt acht Bewerbern um den Preis der Sezession für junge Künstler gewinnt der aus Simbach am Inn stammende Minimalkinetiker Siegfried Kreitner.

11. MÄRZ BIS 9. APRIL 2007
Als Gegenbesuch der Darmstädter im Januar 2005 präsentieren unter dem Titel Miteinander 17 Mitglieder der »Sezession Graz« im Alfred-Messel-Haus auf der Mathildenhöhe Arbeiten zum Thema EU-Länder.

11. MÄRZ BIS 9. APRIL 2007
Die 34 Jahresausstellung der Darmstädter Sezession trägt den Titel Standort 2007. Im Gegensatz zu Standort ’87 hat man zwanzig Jahre danach bewusst darauf verzichtet, Gäste einzuladen, um sich voll der Standortbestimmung innerhalb der eigenen Gruppierung widmen zu können, weshalb auf der Mathildenhöhe 58 Mitglieder gänzlich unter sich sind, wobei diesmal die Kunsthistorikerin Elisabeth Krimmel als Kuratorin wirkte. Gewinner unter den Bewerbern um den Preis der Sezession wird der junge Dresdner Maler Peter Ruehle.

2007
Sabine Welsch übernimmt die Geschäftsführung der Sezession.

4. DEZEMBER 2007 BIS 12. JANUAR 2008
Abermals zeigt man 12 Positionen von Künstlern der Darmstädter Sezession, dieses Mal in der Hessischen Landesvertretung in Berlin. Wieder ist die »richtige Mischung« gefragt, die insofern leicht fiel, als im vorliegenden Falle Kapital aus der Tatsache zu schlagen war, dass unter den Mitgliedern der Darmstädter Sezession in Berlin lebende Künstler ungewöhnlich zahlreich anzutreffen sind. So standen sechs hessischen Künstlern sechs in der Bundeshauptstadt lebende gegenüber.

24. AUGUST BIS 4. OKTOBER 2008 
Auf dem Gelände der Ziegelhütte findet unter dem Titel Open Air 2008 die 19. Skulpturenausstellung der Darmstädter Sezession statt. Zeitgleich gibt es im »HEAG Informationscenter« am Luisenplatz ein Schaufenster zur Ziegelhütte, das weitere Plastiken beherbergt.

APRIL 2009
Daniela Ginten wird neue Geschäftsführerin der Sezession.

21. NOVEMBER 2009 BIS 3. JANUAR 2010
Zum 90jährigen Bestehen wurde die 35. Jahresausstellung der Darmstädter Sezession gemäß der Definition, derzufolge die kritische Masse eines Systems jener Punkt ist, an dem das System genügend Eigendynamik entwickelt, um sich selbst zu erhalten, unter das Motto Kritische Masse gestellt. Auf der Mathildenhöhe waren die Arbeiten von 70 Mitgliedern und Gästen, sowie von zwölf Bewerberinnen und Bewerbern um den Preis der Sezession zu sehen. Preisträger wurde die junge Berliner Malerin Nicole Jana, den Förderpreis erhielt der junge Hamburger Fotograf Ranil Beyer.